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April
20
2007
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Knut : Klein sein weckt den Beschützerinstinkt? |
 aboutpixel.de
Solange der Eisbär Knut klein ist, gehts ihm gut.
Ui, und da kommt schon der erste Zahn. Ein Zeichen für's Heranreifen eines Wesens, dass von menschlichem Wahnsinn umzingelt ist.
Er wächst mit diesem Wahnsinn auf. Früh übt sich. Na, ich weiß nicht. An Vieles kann man sich einfach nicht gew&?uml;hnen, da nützt das dickste Fell nicht.
Wenn klein-sein wirklich schützt, dann verstehe ich, warum Vieles auch klein gehalten oder gemacht wird.
Schauen Sie doch einmal sich selbst an.
Jaha, SIE da!
Sie haben eine kleine Rente? Ach wie süß! Dann bleibt sie so. Wenn sie gr&?uml;ßer wird, wird sie ja immer unansehnlicher. Ja, zum Beispiel auf dem Konto. Da muss die Bank Sie ja von den Kontoführungsgebühren befreien. Pfui bah! Setzen!
Sie sind von Arbeitslosengeld II abhängig (ich sag' jetzt net Hartz IV, dann schrei' ich) und leben nicht in einer klitzekleinen Wohnung? Waaaas? Ausziehen! Raus da!
Sie fahren ein gr&?uml;ßeres Auto als Ihr Chef? Das ist ja die pure Provokation! Sie k&?uml;nnten ja wenigstens zum Schein mit einem Kleinwagen oder &?uml;ffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fahren! Kleine Autos sind (m)in(i)!
Sie sind hochintelligent? Was, und das unterdrücken Sie nicht? Kleingeistig müssen Sie sein! Ein Ja-Sager, ein Nach-Plapperer. Großkotzig sein ist absolut OK, aber intelligenzmäßig backen Sie bitte kleine Br&?uml;tchen.
Die Deutschen sind ja v&?uml;llig poltikverdrossen. Das ist schlimm. Aber, dass sie auch noch so wenige Nachkommen in die Welt setzen! Da kann man ja nur das schüttere Haupt schütteln als greiser Bundesrepublikaner. Aber bitte keine Großfamilie. Das wäre assozial. Eine kleine Familie muss es sein. So 1,6 Kinder. Wie sich das durchschnittlich geh&?uml;rt.
Klein ist gut. Groß ist b&?uml;se?
OKAY!
Ich mag keine Jahresgehälter von Aufsichtsräten. Zu groß! Ich mag keine hohen Prozentzahlen für Steuern. Zu groß! Ich mag keine tausende von Neuverordnungen, die nicht besser, aber Alles nur komplizierter machen. Zu groß! Ich mag nicht die Flut von Soap Operas, Contests und Competitions. Zu groß! ...k&?uml;nnte man fortsetzen.
Vor beinahe zehn Jahren sah ich ein Koalabärenbaby im Duisburger Zoo. Na, sehen ist übertrieben. Die Koalas leben dort hinter Glas. Nicht besonders beneidenswert! Vor Ihnen haben Fotografen bereitgestanden. Die Kameras auf Stativen. Die Hand zum Abschuss bereit. Doch das Baby war in Mamis Bauchtasche. Und pl&?uml;tzlich sah ich, wie aus dieser Tasche eine winziger Finger hervorlugte. Es war ein Mittelfinger. Ungelogen! Doch die Fotografen sahen's nicht.
Das ist eine wahre Geschichte. Da hat der Kleine die Großen ausgetrickst. Und das finde ich ganz groß. Mittlerweile ist er schon lange ausgewachsen. Und auch ich werde ihn nicht wieder erkennen. Schade. Aber ich g&?uml;nne ihm sein Incognito. Das wünsche ich auch Knut.
Und die kleinen Sachen, über die ich hier schrieb: Die sollen ganz schnell groß werden. In diesem Sinne...
sagt wer? Na,...
die laux!
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| geschrieben in die Kategorie Satire |
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April
19
2007
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(Zum) Rein(sc)hauen - Das Persil Magazin - Kurz fasst sich heute die laux |
 Photocase.com
Hilfääääää!
Neben den Weltverbesserer-Magazin von Tchibo, der nervigen DHL - Werbung ("keine Toleranz!") gibt es jetzt - haben wir das wirklich gebraucht?!! - "Reinschauen - Das Persil-Magazin".
Ein Mann namens Jens Gebhard gibt sich als "Fleckenspezialist" aus und lässt sich von einer Moderatorin interviewen. Von Frau Neffel. Eine Frage an Sie, von mir, der laux: Ist Ihnen das nicht peinlich?
Der Trend, Werbung als ein Informationsmagazin zu tarnen - oh, wie unauffällig! - geht mir auf den Zeiger!
argw&?uml;hnisch zu ihrem Fernseher schaut wer?
die laux
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| geschrieben in die Kategorie Kolumnen |
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April
18
2007
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Hilfe! Das Kartoffel-Knie, rettet Euch! |
 photocase.com
Dass ein Sch&?uml;nheitsideal mit politischer Ideologie verbunden ist, kennen wir schon. Nur zu gut!
Heute kam es in den Nachrichten - nein falsch: gestern schon - so ziemlich bald nach dem Bericht über den jüngsten Amoklauf in den USA: Krankenkassen beschweren sich über den Boom von Sch&?uml;nheitsoperationen bei Minderjährigen.
Gestern noch die Nase und die Brust, heute das "Kartoffelknie".
Ich pers&?uml;nlich habe noch Keines gesehen, aber ich ertappe mich bei meinem neuen K&?uml;rperbewusstsein: Jetzt achte ich auf den Anblick meiner Knie. Es k&?uml;nnte ja sein, dass auch ich "Kartoffelknie" habe.
Ja, und dann?
Denke ich dann an die sch&?uml;nheitsideal-hysterischen Teenis?
Nein.
Ich frage mich: Welcher Depp hat eigentlich diesen Begriff erfunden?
Ein Marketingchef eines Pharmaunternehmens, ein Fachjournalist für Medizin, ein Detektiv für Wirtschaftbetrug? Naja, immerhin kann man jetzt mit der Korrektur eines Kartoffelknies sicherlich Mords-Schotter machen.
Zumal ja jetzt Jeder die Gelegenheit hat, sich Gedanken zu machen, ob er so etwas hat. Der nächste Schritt wäre ein Kassensturz. Nein, nicht ein Sturz der Krankenkasse, sondern eine Überprüfung, ob das Geld für die Operation ausreicht.
Denn, wie wir wissen, hat sich der Kartoffel-Knie-Wahn bei den Teenis schon so durchgesetzt, dass die Krankenkassen rebellieren.
Wer legt eigentlich den Preis für eine solche OP fest?
Ich mache da gerade selbst die abenteuerlichsten Erfahrungen mit .....Nee, sag' ich nicht (noch einmal). Nur soviel: Es ist spannend und zermürbend, zu erfahren, wie auslegbar das Honorar eines Arztes ist. Nur soviel:
Das Geschäft mit der Sch&?uml;nheit boomt. Und da stoßen wir auf eine Ader. Nämlich die, die eine Verbindung zwischen der Bundesregierung, den Krankenkassen, den Ärzten und den Pharmakonzernen und nicht zuletzt den Medien schafft. Eine gut funktionierende Ader. Ganz unverkrampft.
Dieses Ding pulsiert uns immer im Takt, ganz a-melodisch ins Bewusstsein: Du musst sch&?uml;n sein; denn sonst will Dich Keiner.
In den 80er Jahren kursierte ganz offiziell - während der Regierung des nicht gerade gertenschlanken Oberhauptes Dr. (dieser Titel ist in, macht auch sch&?uml;ner) Helmut Kohl die Weisung, übergewichtigen Bewerbern ein &?uml;ffentliches Amt vorzuenthalten. Diese seien zum Einen ein schlechtes Vorbild - wegen angeblich mangelnder Selbstdisziplin - und zum anderen ein zu hohes Kostenrisiko für die Krankenkassen.
Und jetzt präsentiert man uns das Kartoffelknie.
Der dieser Tage viel erwähnte K&?uml;rperteil bringt uns zumindest dazu, dass wir mal wieder den Kopf senken. In Richtung Knie.
Und diese Haltung lieben doch unsere Damen und Herren Volksvertreter. Vorsicht: Bei zu starker Straffung der Knie kann man in die selbigen nicht mehr gehen!
warnt wer?
dielaux
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| geschrieben in die Kategorie Kolumnen |
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April
15
2007
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Kolumne ?ber einen M?chtegern-Mann, ?ber Motorr?der und deren Foto-Gr?fin |
 photocase.com - Titel: Born to be wild
Wenn ein Mann sich zum Abbild eines billigen, lebenden Klischees macht...dann ist das 'n Schuß nach hinten.
BCM: Bad Cruel Man. Nein. Eher LKM: Lächerliches Kompensationsmonster.
Wo gibt es denn sowas?
Habe ich gestern das Vergnügen gehabt, an einer Harley Davidson Location kennenzulernen.
Als passionierte Harley Davidson-Fotografin habe ich mich gestern mit meinem Opel Kadett E (Servo-Lenkung, Schiebedach, ohne Rost, mit TÜV - das Ding bleibt bei mir!) auf den Weg gemacht, um mit meinen Fotos mit HD-Fahrern locker ins Gespräch zu kommen. Keine Akquise mit Präsentation. Einfach mal ein Vorfühlen in die Szene.
Bislang kannte ich nur einen Harley Davidson Fahrer (Hallo G., ich erhole mich gerade, wie du liest. Grüße an die Familiy und deine scharfe Harley) und der ist okay.
So nicht die "Herrschaften", denen ich gestern begegnet bin, angeführt von einem frustierten, kompensatorischen Alpha-Typen, der seine Fotos an eine Chapter-Community (so nennen sich z.B. auch Motorrade-Cliquen, nicht "Gangs") verschenkt.
Ich kam mit meiner weißen Sch&?uml;nheit, eben meinem Kadett spät am gestrigen Samstag an; denn ich habe (Mann, wann werden die Navis (=Navigationssysteme) endlich mal erschwinglich?!) mich derbe verfahren. Die ersten Sonnen-Maniacs (=Sonnen-Begeisterten) haben sich auf ihre Bikes (=Motorräder) geschwungen, um der Sonne entgegen zu fahren und rechtzeitig am Grill zu erscheinen, wo sie sich einer weiteren männlichen "Tugend" voll und ganz hingeben- und in ihr aufgehen k&?uml;nnen. Tipps zum gefahrlosen Grillen (Etwas für "Weicheier"? = sensible Menschen) konnte man zu Hauf im Radio h&?uml;ren. Und das ist ja auch gut so.
Nachdem ich meine ersten Fotos zeigte und einige "Najas" erntete ("Hey, man sieht die Dinger ja nicht ganz!"), erschien einer der spendablen Fotografen. Wie gesagt, er arbeitet für seine Freunde für omme (=kostenfrei).
Ganz erfreut, mich mit einem Kollegen unterhalten zu k&?uml;nnen - immerhin: eine eigene HD habe ich ja nicht, also keine Fachsimpelei über dieses Fetisch-Gefährt, jedenfalls nicht als Eigentümerin - bat ich ihn, neben mir Platz zu nehmen und zeigte ihm meine Pics (=Fotos).
Da es sich um eine relativ spontane Aktion meinerseits handelte und ich Niemanden beim Samstags-Relaxen (=Entspannen) st&?uml;ren wollte, handelte es sich hier nicht um eine verkäuferische Präsentation.
Der Kollege trug zu einem Zopf gebündeltes, graues Haar und wollte mit seiner Kleidung keinen Zweifel offen lasssen, zu was er sich geh&?uml;rig fühlt: Ein Klassiker unter den Harley Davidson Fahrern. Ein wortloser Bekenner. Orange, schwarz/weiß. So muss das sein!
So wortlos ist er aber nicht immer. Nachdem ich meine Fotos aus meiner Tasche nahm und sie ihm einfach nach und nach in die Hand drückte, begann er mich ohne Umschweif niederzumachen. Das sei sein Stil - sagte er später - zu kritisieren und ich sei "nicht kritikfähig".
Lauschen wir den Worten dieses sozialkompetenten End-Fünfzigers:
"Einfaches Geknipse!" "Amateurfotos!" "Urlaubsfotos!"
Dann prahlte er mit seiner 30-jährigen Erfahrung. Als Fotograf! Er hätte schon vor 20 Jahren begonnen, mit Photoshop (ein Fotobearbeitungsprogramm, das äußerst verbreitet ist, ich aber nicht will) zu arbeiten.
"Das habe ich den schon seit 20 Jahren auf meinen Mac!!" (=Apple Macintosh= Konkurrent von Microsoft, besonders beliebt bei Designern, hat aber auch ebenso gute Textprogramme wie Microsoft).
Dieser "Mann" stieß so allerei Tiraden aus, während die Umstehenden lediglich grinsten. Sie griffen nicht ein, aber sie applaudierten ihm auch nicht.
Aber er setzte sich immer wieder mit seinen Sprüchen in Szene. Wobei er gebeugt da saß, mit seinem dicken Bauch und keinen Blickkontakt hielt. Was sich bei ihm bewegte, war sein Mund. Ansonsten war er starr. Auch seine orangenen Turnschuhe verliehen ihm keine Dynamik.
Ich kam mit den anderen ins "Gespräch". Wobei der Diskurs der Aussagen dieser Gruppe sich auf Schoten, Provokationen, hämischen, selbstverliebtem Lachen und schließlich sexistischen Aussagen auf dem Niveau von Zehnklässlern konzentrierte.
Man produzierte sich voreinander mit abfälligen Bemerkungen über Homosexuelle, wobei ich annehme, dass dies auf versteckte Homosexualität gründet oder auf Homophobie und dies auch zum Ausdruck brachte.
"Naiiiiiiin!"
Nein, natürlich nicht, das ist ja auch Pschogelaber. V&?uml;llig uncool.
Mein Held der sozialen Kompetenz, der Anbeter von Photoshop, der Engel unter den HD-Fotografen, der seine Schäflein reich mit kommerzieller Fotografie beschenkt, war mit seiner One-Man-Show noch nicht zu Ende. Zwischendurch huldigte einer seiner "Kunden" ihm, indem er ihn einen zweiten Dieter Bohlen nannte. Er selbst nennt sich Detlev. Mit "V" oder mit "F"?? Egal.
Wohl um meine Abscheu bis ins Unerträgliche zu steigern (Bravo Detlev, großes Kino: Ist dir gelungen!), monologisierte er, wie selten er sich wasche, besonders in einer k&?uml;rperlichen Region, die...
Es reicht, oder?
Liebe Freunde von Chrom und Lack. Von Leder und Gimmicks. Von Schräubchen und Schrauben.
Dieser b&?uml;se Mann ist einfach nur ein armes Kerlchen, das unter der Woche ein braver Bürger ist und sich dann Weekend für Weekend in sein Kostum stürzt, sich einer Sprache bedient, die in aus der Enge bürgerlicher Konventionen befreit und der - Mitleid sei mit ihm - wohl zu lange keinen genussvollen Sex mehr hatte.
Armer, alter Mann. Clowns sind traurig, sagt man. Aber echte Clowns haben einen wohltuenden Unterhaltungswert. Und das nicht auf Kosten anderer. Und dafür verlangen sie Eintritt. Und den bekommen sie auch.
sagt wer? die laux
P.S. Dies kann nicht meine Klientel sein. Diese spezielle Gruppe jedenfalls nicht. Harley Davidson Fahrer/Innen und Freunde meiner Fotos sind mir herzlich willkommen. Zu verschenken habe ich nichts. Ich will mich bei Niemandem einschleimen und das wird auch Niemand bei mir tun müssen. Das mag ich auch nicht. Ich fotografiere nicht im Auftrag, sondern so, wie ich die Dinge sehe. Ich kann mir meine Fotos sehr gut in Lounges, in Kanzleien und Praxen vorstellen. In großen Formaten, sch&?uml;n wertig gerahmt. So kommt die pure Ästhetik voll zur Geltung.
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