November

09

2007

Korruption salonfähig und keine Geschäfte mit Sozialbedürftigen machen?

Geben Sie unter Google den Begriff “Korruption” ein, so werden Sie, mehr als Ihnen lieb ist, pfündig. Anlässlich der Siemmensen Korruptionsaffäre, die gestern Schlagzeilen machte, heute schon Niemanden mehr tangiert – Siemens sowieso nicht, denn dem Unternehmen hat es nicht geschadet – habe ich mal wieder gegoogelt.

Doch lesen Sie, was meine Recherche bezüglich der Hilfeleistung von Tierschutzvereinen für Tiere von Sozialbedürftigen ergeben hat. Folgende E-mail erreichte mich heute:

Tierschutzvereine sind nicht verpflichtet, von sozialbedürftigen Menschen die Tierbehandlungskosten zu übernehmen.

Tierschutzvereine übernehmen meist durch eine Vereinbarung mit der Kommune die Fundtierbetreuung. Darüber hinaus erfüllen Tierschutzvereine ihre satzungsgemäßen Zwecke auch durch die freiwillige Übernahme von Abgabetieren, Pensionstieren und bei Kastrationsaktionen. Diese freiwillige Übernahme kann nur im Rahmen die finanziellen und personellen Möglichkeiten geleistet werden, da ein Tierschutzverein seine Arbeiten ausschließlich aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen finanziert. Dies gilt auch für eine Behandlung von Tieren, die sich nicht in der Obhut des Tierheims befinden. In Ausnahmefällen übernehmen sicherlich einige Tierheime eine Behandlung - ein Anspruch besteht jedoch nicht. Durch die überwiegend ehrenamtliche Arbeit und das Einbringen von Spendengeldern für den Ausbau und Betrieb der Tierheime werden die öffentlichen Haushalte um weit mehr als 250 Millionen Euro jährlich entlastet! Der finanzielle Druck der auf den Tierheimen lastet ist enorm und die Belegung der Tierheime übersteigt oft die eigentlichen Kapazitätsgrenzen.

MfG

Steffen Seckler
Pressereferent
Deutscher Tierschutzbund e.V.
Baumschulallee 15
53115 Bonn

www.tierschutzbund.de




Nicht der „Sozialbedürftige“ sollte die Kosten für die Behandlung seines Haustieres erhalten, sondern der behandelnde Tierarzt. Aber, auch das hat meine Recherche ergeben, ihn zu finden ist so leicht wie die Nadel im Heuhaufen zu finden.

Ich habe in Ratingen ein Schild von einer Kosmetikerin gesehen, die auch medizinische Fußpflege anbietet: Sonderpreise für Schüler, Studenten und Rentner. Da fehlt doch eine Gruppe von Menschen, nicht wahr?!

Es gibt auch Museen, die Arbeitgebersuchenden (Amtssprache: Arbeitslosen) keinen vergünstigten Eintritt geben.

Die Kaufkraft erwerbsloser Menschen ist sehr gering. Aber, welchen Sinn macht es, diese als Kunden gänzlich auszugrenzen?

Die Politik spricht offiziell von gerade einmal 3,5 Millionen „Arbeitslosen“. Es sind mehr! Was bedeutet das, wenn jeder Unternehmer diese als Kunden ausschließt?

Zunächst einmal bekommen es die Unternehmer selbst zu spüren. Als nächstes wird dann mit moralinsaurer Miene irgendein Mitglied aus dem Bundestag vor die Kamera treten, wie es jetzt im Zusammenhang mit dem Streik der Lokführer im Güterverkehr geschah:

„Das ist sehr schlecht für die deutsche Wirtschaft!“

Mein Tipp: Langfristig denken! Dann klappt’s auch mit der deutschen Wirtschaft!

Das "Geschäfte machen" mit Sozialbedürftigen sollten Sie nicht falsch verstehen. Das geht an die Adresse derer, die es sich nicht nehmen lassen, Menschen in skrupellosester Art und Weise auszubeuten.

Gisela B. Laux

P.S.1. Ich erspare mir jetzt, eine lange Liste über die Aspekte aufzuführen, die beim langfristigen Denken berücksichtigt werden muss. Aber 3 Punkte seien genannt.

1.) (sinnvolle) Arbeitsplätze schaffen!

2.) leistungsgerechte Vergütung ohne Verarmungsaspekt!

3.) Schluss mit Diskriminierung, die gegen die Menschenwürde ist und „die Deutsche Wirtschaft“ im Resultat teuer zu stehen kommt! Realisieren und respektieren Sie, was Menschen, die sozialbedürftig sind, arbeiten und für Umsatz sorgen, leisten! Und denken Sie daran, dass auch Sie eines Tages auf Hilfe angewiesen sein könnten!


P.S.2. Kulisse Deutschland – Teil 1 kann über BoD direkt oder über den Buchhandel bestellt werden. Dazu bitte
ISBN-13:978 383 334 90 330 angeben und zu BoD unter der Nummer: 040-53 43 35-84 faxen. www.bod.de

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