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September
27
2007
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Sag' zum Abschied leise "Servus." - Werden wir Stoiber jetzt nur noch von hinten sehn'? - Eine laux'sche Kolumne |
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Den Stoiber zu hören ist schon grausam. Es tut einfach weh'.
Aber als bekennende TV-Maniac (immer auf der Suche nach Themen, Informationen, ja klar!) und Zapperin kommt man heute Abend nicht an dem Mann vorbei.
Es ist, als wollte man Freitag Abend alleine auf der Wies'n sein. Das geht einfach nicht.
Schln war Folgendes Szenario, heute Abend im ZDF, bei Maibritt Illner, an deren erste Gehversuche im Frühstücksfernsehen ich mich nich erinnern kann. Da war der Stoiber schon Ministerpräsident. Korrigieren Sie mich, wenn ich mich täusche. Das hat den Nebeneffekt, dass ich weiß, dass Sie das hier lesen.
Zurück zum Stoiber, der das "Stoibern" zur Marke werden ließ, sogar in einer Asterixausgabe (gute Übersetzung).
WArum er denn damals nicht nach Berlin gegangen sei. Stoiber, der - wie jeder andere höherstehende Politiker auch rethorische Berater hat, setzte an zum Showdown:
| Ich will Ihnen da jetzt mal 'was erzählen. |
Lachen. Er wiederholt den Satz. Der Blick der Kamera zeigt den Zitator von der Seite und die Illner von vorne. Er stottert weiter. Sie will ihn unterbrechen, formt ihren Mund zu einer kleinen, runden Öffnung und schmunzelt alsdann, begleitet von einer Geste, die eine Mischung aus Gehör-Verschaffen und Beschwichtigung ist und sagt:
| Ja, das ist der richtige Moment jetzt |
lobt sie ihn ermunternd. Ja, und dann gehen Sie bitte. Das wäre ein schöner Folgesatz gewesen. Nein, Herr Stoiber hat ja gerade erst angesetzt, mit Anlauf, und dann mit unverdrossenem, erneuten Anlauf. Die Geschichte will, nein: muss! wohl erzählt werden. Das hat man ihm sicher geraten. In dem Sinne: Edmund, trete noch einmal so richtig sympathisch auf. Geh' nicht einfach so.
Er erzählt dann folgende Anekdote. Ich zitiere aus meinem Kurzzeitgedächtnis:
| 198o war Franz-Josef Strauß Kanzlerkandidat. |
Diese Einführung in deutsche Gegenwartsgeschichte (Superwort!)wird damit fortgesetzt, dass Strauss aus der Kutsche ausgestiegen sein soll; denn er wollte doch nicht Kanzler werden. Seltsam, das mit der Freiwilligkeit habe ich damals anders erlebt. Und Sie?
Ich muss ausschalten und sage zu mir: "Heut' net. Ne, echt nicht!"
Später schalte ich wieder ein und eine meine ganz speziellen Freundinnen der Wahrheit, Plausibilität und wasauchimmer, die Layen war inzwischen auch da.
Es ging inzwischen um das Thema "Kinder". Geißler sagt ein paar Worte, die uns soziale Gerechtigkeit als sein Ziel verkaufen sollen (er belehrt uns über die Entwicklung eines Kindes im Alter von 0-3, und was sich da Alles prägt, wieder ein Lehrer) und dann...Countdown!...schwärmt Stoiber von seinen beiden Töchtern, beide beruftätig, beide Rechtsanwältinnen, eine davon hat 3 Kinder...diese Klimax soll uns beeindrucken. Ja toll, wie die das hinkriegt. Nichts als Wasser und CD und eiserne Disziplin.
Erinnert mich glatt an Laurenz-Mayer, für den die Ex-Geliebte von Herrn Seehofer arbeitet und die ihr Kind mit zur CSU nimmt. Ja, das sollen alle Firmen anbieten.
Ich erinnere mich, dass ich, als ich - vermittelt durch ein Zeitarbeitsunternehmen - als Sekretärin für SAMSUNG in der Nähe von Frankfurt eingesetzt war. Ich las die PR-interne Broschüre für Deutschland und die für das Mutterland von SAMSUNG. Welch ein Unterschied! In Korea nämlich ist es bei SAMSUNG so: Man darf Urlaub nehmen. Dich wer's tut, ist out. Es gibt im Unternehmen Fitnesscenter. Man darf sie nicht besuchen, man soll sie besuchen. (Die Tendenz, dass Menschen, die nicht gesund sind, keine Arbeitsstelle bekommen, haben bayerische Behörden schon vorgelegt. Ab einem bestimmten Körpergewicht darf man da nämlich nicht verbeamtet werden.) Es gibt dort Betreuungsstätten für die Kinder der Angestellten. Der Katalog sieht aus wie eine heile Welt. Doch: Möchten Sie, dass Ihr Kind von Ihrem Arbeitgeber erzogen wird?
Es ist nicht Alles gold, was glänzt. Mein Gott, das wissen Sie doch.
Stoibern Sie doch einmal in dem Schatz Ihrer Lebenserfahrung.
Nein, im Ernst, lassen Sie sich nicht veräppeln. Und zum Stoiber sag' ich jetzt nix mehr. Da verweise ich auf meine Überschrift.
Sagt wer?. Na, die laux
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