Juli

10

2007

Na, seid Ihr Alle da? – Frau Merkel als Avatar für Kinder im „Netz“ - Eine laux'sche Satire


Von der besagten Website

Ein Avatar ist eine künstliche Person oder ein grafischer Stellvertreter einer echten Person in der virtuellen Welt, beispielsweise in einem Computerspiel.
Und Frau Merkel gibt es nun auch als Avatar. Auch da macht Sie eine gute Figur: Mit ihrer merkel-typischen Jacke und weit ausgebreiteten Armen.

Maria breit den Mantel aus. Mach’ Schirm und Schild für uns daraus, laß uns darunter sicher steh’n, bis alle Stürm vorübergeh’n! Patronin voller Güte, uns alle Zeit behüte!


Die katholischen, singenden Kirchgänger unter Ihnen kennen den Song.
Unter anderem, weil ich mit den Kindern eines katholischen Kindergartens – übrigens derselbe, den ich als Kind besuchen durfte - außerhalb des pädagogischen Protokolls musizierte, wurde ich aus meinem Vorpraktikum mit der Begründung entlassen: Man könne doch nicht Jeden auf Kinder loslassen.
Finde ich auch. Ganz richtig.
Und was macht Frau Merkel bitte mit den Kindern? Sie erzählt – duzi, duzi, da-da-da – den kleinen Noch-Nicht-aber-mit-18-sollst-du-mich-Wählern, was der Job der Bundeskanzlerin ist, das Grundgesetz, die Wahlen, die Koalition, das Kabinett, die Gewaltenteilung, Staatsbesuche und was der Staatshaushalt ist.
Jetzt muss ich mich als Satirikerin warm anziehen. Denn Frau Merkel bringt mit Ihrer Aufklärung eine Form der Realsatire, die ich nicht überspitzen kann.
Aber ich möchte Ihnen nicht vorenthalten, wie Sie, gemeinsam mit Ihren Kindern den virtuellen Spaziergang mit Mama Merkel durch die Begriffe unserer Demokratie machen:
Unter www.bundesregierung.de klicken Sie links unter der Rubrik „Direkt zu“ „Bundeskanzlerin“.

Hier schon einmal ein Vorgeschmack:

Bundeskanzlerin: Kein Beruf wie jeder andere
Die Bundeskanzlerin kennt wohl fast jeder. Nein, nicht persönlich. Aber wie sie heißt, wie sie aussieht und wie sie redet. Das liegt daran, dass sie so oft im Fernsehen ist. Auch in vielen Zeitungen sind Fotos von ihr.

Ein schwieriger Job

Alle sollen und wollen wissen, was die Kanzlerin macht. Nicht nur die, die sie gewählt haben, sind neugierig. Auch die Menschen, die sie nicht so gern mögen oder nicht gewählt haben, interessieren sich für sie.

Die Kanzlerin arbeitet nämlich für alle Deutschen. Und gerade das macht ihren Beruf nicht einfach.

Wir sollten wissen, was die Kanzlerin für eine Politik macht, welche Entscheidungen sie trifft. Denn die meisten Entscheidungen betreffen uns, die Bürgerinnen und Bürger. Deshalb gibt die Bundeskanzlerin auch so viele Interviews, hält so viele Reden und ist so oft im Fernsehen. Hat sie daneben überhaupt noch Zeit zum Regieren?

Was genau macht die Bundeskanzlerin, wenn sie gerade nicht im Fernsehen ist oder vor dem Rednerpult steht?

Jobbeschreibung im Grundgesetz

Im Grundgesetz steht beispielsweise: "Der Bundeskanzler bestimmt die Richtlinien der Politik" (Artikel 65, Absatz 1). Das klingt nach viel Macht.

Tatsächlich ist die Demokratie in Deutschland wegen dieser Bestimmung schon oft als "Kanzlerdemokratie" bezeichnet worden. Als wäre die Kanzlerin so eine Art Königin.

Zwar ist die Kanzlerin die Chefin ihrer Regierung und kann auch mal ein Machtwort sprechen. Aber alles, was sie tun will, muss sie mit anderen absprechen. Sie muss die Politik mit den Bundesministerinnen und -ministern abstimmen, die im Kabinett sitzen.

Zusätzlich muss sie das meiste davon auch noch dem Bundestag zur Abstimmung vorlegen. Ganz alleine Entscheidungen treffen kann sie allenfalls im Privaten, nicht in der Politik. Und das hat bisher sehr gut funktioniert…..


So, ich weiß, ich weiß, das ist nur was für Menschen mit ganz harten Nerven. Aber ich habe Ihnen noch etwas kopiert.

Bitte sehr!

Der Staat muss haushalten

Alle, die auch nur ein wenig Geld in der Tasche oder auf der Bank haben, müssen damit irgendwie haushalten. Wer es gut macht, teilt sich sein Geld so ein, dass es reicht, bis wieder neues kommt. Wer es sehr gut kann, wird immer ein bisschen sparen.

Wer es schlecht macht, dem flutscht das Geld nur so durch die Finger. Wer schlecht haushaltet, wird eher früher als später in große Schwierigkeiten kommen.

Beim Staat ist es etwas komplizierter als zu Hause

Geht man davon aus, müsste man wohl sagen, dass der Staat eher schlecht mit seinem Geld umgeht. Denn er macht regelmäßig Schulden. Staatsschulden eben. Nun ist die Sache im Falle eines Staates allerdings etwas komplizierter als zu Hause oder in einem kleinem Betrieb.

Das beginnt schon mit der Frage, ob man denn wirklich sagen kann, dass der Staat eigenes Geld besitzt. Denn wer ist das denn, der Staat? Und wer bestimmt, wofür wie viel Geld ausgegeben werden soll?

Ein Kindergarten oder lieber eine Autobahn?

Der Staat, das sind wir alle. Und das Geld des Staates kommt von uns, weil wir Steuern zahlen. Es ist also unser Geld, das wir den staatlichen Verwaltungen und Behörden überlassen. Die bauen davon Straßen, Kindergärten oder Krankenhäuser.

Was sinnvoll und nützlich ist, darüber gibt es immer unterschiedliche Meinungen. Manche hätten gern mehr Polizisten und andere würden lieber mehr Lehrerinnen einstellen. Die einen möchten das Naturschutzgebiet erhalten, während andere eine Autobahn wollen.

Ein bisschen Streit darf sein

Es wird gestritten. Einmal im Kabinett: Jede Ministerin und jeder Minister will natürlich für den eigenen Arbeitsbereich so viel Geld wie möglich. Denn mit mehr Geld kann man mehr machen.

Außerdem wird im Bundestag gestritten, wenn der Finanzminister den Staatshaushalt vorstellt und erklärt, wie viel Geld er wofür ausgeben wird. Besonders die Opposition, also die nicht regierenden Parteien, spart nicht mit Kritik. Sie sollen kontrollieren und eigene Ideen einbringen.


Am Ende der Kapitel wird man durch nette Fragen animiert, noch weiter zu lesen.

So, und ich bin schon bereit für’s nächste Thema.

Sagt wer? Na,

die laux

P.S. Achso, Sie wollen wissen, wie ich auf die Seite von Frau Merkel gestoßen bin? Na, ich habe ihr meinen letzten Blog-Eintrag mit dem Aufruf zukommen lassen. Ich halte Sie auf dem Laufenden, liebe LeserInnen.


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