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Juni
05
2007
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Talentschuppen Big Brother sucht für Ex-Bewohner "Big Basti" Job in Wuppertal |
| „Ich heiße Erwin und bin Rentner. In 66 Jahren fahre ich nach Island und mache einen Gewinn von 500 Tausend Mark. Und im Herbst eröffnet dann der Papst mit meiner Tochter eine Herrenboutique in Wuppertal.“ |
Zitat aus Loriots Sketch "Erwin Lindemann" bzw. "Erwin Lottermann".
Wesentlich anders hörte sich gestern Abend die von der Moderatorin abgerungene Spontanbewerbung bei dem frisch aus dem Big Brother „Projekt“ „herausgewählten“ Ex-Bewohner Basti nicht an.
„Jrgendwas, man möchte sich ja nicht unter Preis verkaufen.“ Zur Post, bei der er ursprünglich eine Ausbildung abgeschlossen hat, möchte er nicht wieder. Erster Schritt zur Selbsterkenntnis: Mit Krawatte und nasepopelnd im Kundenbereich: das macht sich nicht so gut. Naja, und, was er nicht weiß, die Post baut ja auch Personal ab.
Basti wurde als der „Ruhrpottprolet“ vermarktet, der alles raus lässt, was keinen Zins bezahlt: Er schreit, furzt, rülpst mit Anlauf, und mittendrin popelt er und entsorgt mehr oder weniger unauffällig auffällig seine schleimig-harten Funde. Immer im Visier der Big Brother Kameras. Die Mitbewohner ertragen dies mit der Zeit notgedrungen mit Humor.
Big Basti ist bekennender „Wuppertal-Fanat“. Soviel zum „Ruhrpottproleten“. Warum er dort stadtbekannt sei, wüsste er nicht auch nicht so recht. Sein ironisches Lächeln verrät das Gegenteil, aber keine Detail.
Die süße 20-jährige Sonja, im Big Brother Haus von den Bewohnern „Püppi“ genannt, hat sein Herz erobert. Sie kommt aus Bayern und auch ihre Familie ist lokalpatriotisch.
Püppi ist die Schönste im Haus und Big Basti nervt es, wenn seine Fußballkumpels ihn mit seinem großen Gemächt verbal aufziehen. Irgendwann setzte Big Brother, wenn Basti mal wieder duschte, einen großen Balken über das primäre Geschlechtsmerkmal und der Gafferbefriedigung der ZuschauerInnen ein jähes Ende.
Big Basti hat, wie alle Bewohner dieser nunmehr siebten Staffel nicht viel Raum bekommen, seine Talente zu präsentieren.
Die täglichen Ausschnitte zeigen Diskussionen, Diskussionen, Diskussionen und liegende Bewohner: dösender- oder schlafenderweise. Im Garten, im stylischen Wohnzimmer, im OZ oder BZ. Wenn diese Räume von den Bewohnern erwähnt wurden, wurde sie mit „OZ = orangenes (Schalf-)Zimmer und „BZ = Braunes Zimmer“ erklärend untertitelt. Ja, Vieles bei BB (Big Brother) ist durchaus erklärungsbedürftig.
„Zeig mir, wer du wirklich bist“ lautet das Motto der Staffel und so lautet auch der Song.
Immer wieder wird das Motto „Big Brother ist kein Ponyhof“ von der Ex-SAT1- Frühstücksmoderatorin Charlotte in den montäglichen Big Brother Shows zitiert. Karten für die letzte Show sind noch zu erwerben. Geld und Eindrücke, die man sich sparen kann.
Basti möchte erst mal auf Malle (Mallorca) mit seinen Freunden abfeiern, „Hauptsache Alkohol“. Schlecht platzierte Kurzzeitvision, hat er sich der tugendhafte Bursche doch gerade entlocken lassen, dass Arbeitgeber auf ihn zukommen sollen, um ihm einen Job anzubieten. Ob er das Jobangebot seines Lebens verpasst?
Böse Zungen behaupten, die Polizei zeigt Interesse an ihm: Das Rülpsen, Furzen kann er ja noch kanalisieren, das Schreien kann man sicher bei einigen Einsätzen sehr gut gebrauchen. Basti steht voll hinter seinen Fußballjungs, sagte mal - na, war das nur ein Scherz? – dass Frauen hinter den Herd gehören. Den Platz für „seine marokkanische Schönheit“, der er jahrelang erfolglos hinterhergelaufen ist, hat er für eine tugendhafte Hellblonde freigemacht. Somit werden Traditionalisten bestens mit ihm auskommen. Dorthin zu rennen, wo am meisten los ist macht Basti auch gerne. Wohl dem, der Böses dabei denkt! Da er gerne Anschluss zu Autoritäten sucht und sich ihnen gerne unterordnet (wenn auch mäßig larviert, weil immer mit begeistertem Gebrüll und schwülstigen Sympathiebekundungen), fragt man sich wirklich, wie lange es dauert, bis Basti aus dem Flieger steigt und das grüne Band der Sympathie mit Freunden und Helfern auf Lebenszeit geschlossen wird.
Dann wird vielleicht doch nicht mehr Wuppertal der Nabel der Welt sein. Naturburschen und Grüne sind in Bayern bekanntermaßen herzlich willkommen. Da freuen sich dann endlich Püppies Eltern über die bislang als Mesalliance gemunkelte Jungbeziehung. Auch wenn Püppies Papi sich verstohlen nach der Umarmung mit Basti einen Pobel von der Schulter schnipsen wird.
Big Brother führt zusammen, was zusammengehört.
Was will man in dieser Zeit mehr? Hirn? Ach, das ist doch nur überflüssiger Luxus!
Fasst wer zusammen? Na,
die laux
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