Sex and the City 2- Vorpremiere in Ratingen – gerade gesehen

glamour1_2_4.jpg
Ehm, das bin ich. Das Outfit ist nicht ganz kleinstadtgerecht, auch nicht für die Vorpremiere von Sex and the City Teil II. So what!

Ratingen Mitte, unser Kino, nach dem „Sommermärchen“ im Jahr 2006 zum ersten Mal wieder probbenvoll. Eintritt nur für Frauen.

Es gibt Sekt und Choco Sticks. Die Frage, wer sie isst: „Who does and who does’nt?“ stellt sich hier nicht. Wir sind unter uns. Kein Mann. Außer dem Fimvorführer. Aber der war für uns unsichtbar. Bitte nicht böse sein.

„Sex and the City“ in Ratingen. Eine gute Idee der Geschwister Rosslenbroich. Wieder mal.

Ich bin Cineastin und wundere mich nicht über die kleine Projektionswand, nicht über die weichen, tiefroten Sitze, nicht über die Getränkehalter. Und dicke Luft ist hier selten, mangels regen Besucherdranges.

Zum Film:

Er erinnert mich ein bißchen an die Verfilmung des Musicals „Mamma mia“, die ich hier auch gesehen habe. Beide Filme strotzen vor Farben, Musik, guter Laune und Menschlichkeit. Ein bißchen Übertreibung hier und da: Das ist bei Sex and the City Programm. Und der Off-Text von Jessica Parker alias Carrie. Ein bißchen Telenovela assoziiert man möglicher Weise daher auch. Nur, dass es hier nur einen Ich-Erzähler gibt, genau wie bei „Scrubs“ Die Anfänger, einer US Daily Soap, bei der es nicht gerade glamorös zugeht, da die Serie im Krankenhaus spielt.

Sex and the City ist nicht ganz jugendfrei. Als Lehrerin jedenfalls hüte ich mich hier einige Zitate zu bringen, die diesen Hinweis darlegen. Auch, wenn die Sprüche witzig und vor allem – aus Sicht der Protagonistinnen – überwiegend selbstironisch gemeint sind.

Die drei der vier „Heldinnen“ sind über 40. Die eine mit Kind, glücklich wiedervereint mit ihrem Mann bereits in Teil I, nachdem dieser eine kurze, „bedeutungslose“ Affäre hatte, die nächste konvertiert zum jüdischen Leben, inzwischen supergetresste Mutter zweier, wenn auch überaus geliebter Kinder in glücklicher Ehe, die dritte, Carrie, erst seit 2 Jahren verheiratet, aber mit der Sorge, in einen Trott der Zweisamkeit zu verfallen. Die Vierte im Bunde zählt mittlerweile 52 Jahre und ist geplagt von den Wechseljahren, was sie nun ebenso ununterbrochen kommunziert, wie zuvor ihr Bedürfniss nach Sex. Die gute Nachricht: Das Bedürfniss kommt nicht nur, es geht auch. Und kommt immer wieder. That’s life!

Einer der ersten Sätze von Carrie ist: „Es gab kein New York vor Christi, aber vor Carrie.“ Ich bin nie begeisterte Sex and the City Zuschauerin gewesen und hoffe nun sehr, dass ich – bevor mich der dringend notwendige Schlaf übermannt – die Namen der Ladies nicht verwechsele.

Deshalb fließe ich hier – an Sie appellierend – ein „errare humanum est“ ein.

Zurück zum Film. Denn wofür schreibe ich das hier. Ja, stimmt, die Vorpremiere. Morgen kommt Sex and the City in alle Kinos. Jetzt schon weiß ich, welche Prommis zu sehen sind, außer den verdächtigen vier bis fünf. „Big“ eingerechnet.

Bunte Bilder, zum Teil charmanter, sentimentaler, aber auch derber Humor.

Am Ende spielt der Song „True Colours“. Eine Anspielung auf den Zeitgeist der Filmhandlung. Die neue, alte Welt des fernen Ostens. Die Wirtschaftskrise. New York. Und Beziehungen, deren Muster sich überall finden.

Nur hat nicht jeder soviel Kohle, die er verprassen kann. Also auch des Guten zuviel.

Sie werden sich Ihr eigenes Bild machen. Ich wünsche Ihnen und mir eine gute Nacht, Ihre

Gisela B. Laux
Copyright 2010

About dielaux