Das Phänomen Cyberstalking
Cyberstalking wird immer noch als junges Phänomen gehandelt. Es tangiert etliche Schlüsselbereiche der gegenwärtigen Internetkultur: Zensur, Hackertum, Netzkontrolle, Privatsphäre, Überwachung, etc.
Die begrifflichen Grenzen, entlang derer das Phänomen behandelt wird, sind noch reichlich verschwommen. Dabei hat Cyberstalking den Aufstieg des Internet von Anfang an begleitet.
Trotzdem wird Stalking derzeit als „neue Geißel“ aus dem Internet gehandelt.
Aktuelle Reportagen in großen Nachrichtenmagazinen wissen die Trennung zwischen Off- und Online-Stalking kaum zu ziehen, die Übergänge sind oft fließend. Die Volkskrankheit der Zukunft kann im beruflichen Alltag oder in der Freizeit beginnen. Schnell kann der Flucht in eine andere Stadt die Verfolgungsjagd im Cyberspace folgen. Geheimgehaltene Telefonnummern und Email-Adressen wollen herausbekommen werden. Die Belästigung kann dann weiter gehen.
Neue Kommunikationstechnologien werden für die Verbreitung besagter „Krankheit“ verantwortlich gemacht. Dabei wird allzu oft der Faktor Anonymität angeführt: Weil man ungesehen ein Chat-Forum betreten kann und dort, ohne seine Identität preiszugeben, Kontakt zu potentiellen“Opfern“ aufnehmen kann, weil es die technischen Mittel erlauben, eine Nachricht unter fremder Identität zu posten, mit der man andere kompromittiert und dritte fehlleitet. Das Internet bietet psychologische Bedingungen, die besonders sind und deshalb mit Blick auf Cyberstalking thematisiert werden sollten. Genannt seien nur die mannigfaltigen Symptome wie Internetsucht, Netscapismus, schizoide Netzpsychose oder Webwahn.
Die Täter
Die Stalker selbst haben oft Persönlichkeitsstörungen. Sie haben ein geringes Selbstwertgefühl und soziale Probleme. Stalker sind oft selber Opfer, die wie aus einem inneren Zwang heraus handeln. Australische Forscher unterscheiden folgende Typen von Stalkern:
* Ex-(Ehe-)Partner, nahe Verwandte oder Freunde, die durch die Verfolgung eine Aussöhnung erreichen wollen.
* Stalker, die in ihr Opfer verliebt sind, sie versuchen eine intime Beziehung herzustellen. Sie sind sich oft nicht bewusst, dass ihre Opfer dies gar nicht wünschen.
* Stalker, die versuchen ein Treffen mit Menschen zu erreichen. Sie sind narzistisch veranlagt, neigen zur Selbstüberschätzung und verstehen nicht, wenn ihre Opfer sie ablehnen.
* Sogenannte „ärgerliche“ Stalker belästigen ihre Opfer um ihnen Angst oder Schrecken einzujagen. Sie sind oft paranoid und verfolgen häufig Rechtsanwälte oder Ärzte, von denen sie denken, dass sie ihnen in irgendeiner Weise geschadet haben oder Zeugen, die eine Aussage gegen sie gemacht haben.
* Stalker, die das Ziel haben ihr Opfer tätlich anzugreifen. Sie verfolgen ihre Opfer meist über Wochen und Monate. Vergewaltigungen sind in dieser Gruppe häufig. Sie versuchen immer die Kontrolle zu behalten und zeichnen sich durch eine hohe Gewaltbereitschaft aus.
Der Stalker ist oftmals psychopathisch veranlagt, weil er geradezu vom krankhaften Trieb geleitet wird, sein Opfer zu erniedrigen, seine Macht zu demonstrieren, das Opfer zu verunsichern, die Persönlichkeit und Existenz des Opfers zu zerstören, selbst wenn es sich um so genannte Liebesbezeugungen handeln soll. Der Täter kann oftmals nicht von seinem Opfer ablassen, weil er auf dieses zwanghaft fixiert ist. Da der Stalker oftmals wahnkrank ist, besteht ein hohes Risiko, dass dieser Wahn immer mehr eskaliert und für das Opfer immer bedrohlicher wird. Der Stalker scheut regelmäßig keine finanziellen Aufwendungen, wenn er von seinem psychoterroristischen Wahn geleitet wird.