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September
30
2007
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Nach „Wir sind Papst!“ nun „Wir sind Bayern!“? Eine Satire von die laux |
 aboutpixel.de
Die CSU ist keine Partei, sie ist eine Armee. Zwei Männer bilden die Speerspitze: Der neue Ministerpräsident Erwin Huber und sein Vize Günther Beckstein. Eine Speerspitze, gebildet aus zwei Punkten ist eine seltsame Spitze. Scharf soll sie sein. Und doppelt hält besser.
Besonders gegen so etwas unsäglich Gefährliches wie „Rot-Rot“.
À propos „rot“. Dass die CSU Frau Pauli nicht wegen Wehrzersetzung aus der pechschwarzen Armada gefeuert hat, weil sie mit – es waren doch immerhin schwarze Klamotten, sogar Fetisch! – ihre weiblichen Waffen einsetzte, wundert mich. Oder nein. Es wundert mich nicht.
Es wird scharf geschossen und gepoltert in der CSU. Aber für Subtiles lässt sie sich immer eine feudal wattierte, schalldichte Türe offen, bis es daraus wieder mit Donnerhallen dröhnt.
„Im Krieg ist Alles erlaubt“, werden sich die Burschen der CSU gesagt haben. Und da kam sie, die Vorlage von Frau Pauli, als sie einen Kabarettisten zitierte. Ja, nach sieben Jahren Ehe ist Schluss. Hat ja sonst keinen Sinn.
Viel zu lange! Wird sich da so mancher gedacht haben. Sieben Jahre! Mit einer CSU ist man lebenslang verbandelt, aber doch nicht mit einer Frau!
Muschi als Landesmutter durfte an Stoibers Seite bleiben. Man kann doch nicht ein ganzes Bundesland entmuttern. Da müsste man ja eine Schraube locker haben!
Trotzdem, das sei doch nicht kinderfreundlich, eine Ehe nach sieben Jahren zu trennen. Und das ist ja auch gegen das Grundgesetz. Oha.
Die CSU hält nun mit beiden Händen das Grundgesetz fest. Vielmehr das, was sie beim Zerreißen desselbigen, als sie es den Bürgern aus den Händen rissen (siehe Diskussion um das Abschiessen voll mit Passagieren entführter Flugzeuge), noch fetzenweise in den Händen behielten.
Die CSU Männer sind ja ein Beispiel an Kinderfreundlichkeit. So darf sich die Ex-Geliebte Seehofers wirkungsvoll in der BUNTEN ablichten lassen und äußern, wie dankbar sie für das Kind ist, das ja auch seines ist. Und der Herr Laurenz Meyer, ihr Chef, erlaubt dem Kind, sogar mit in die Höhle der Löwen zu kommen. Aber eben nicht der bayerischen Löwen.
Irgendwie haben die Abläufe der CSU alle ihre Reihenfolge. So ist das beim Militär. Der eine General geht, geht sogar nach Europa. Der neue kommt mit Netz und doppeltem Boden. Gerade recht, wo die weiteren Wahlen bevorstehen. 4 Stück an der Zahl, nach dem Motto Norden, Süden, Westen und Osten erobern.
Man schreit, wie einig man ist, bis der letzte in der CSU stramm steht. Jawoll. So soll’s sein und ned anders!
Parole CSU für den Einlass: Abwarten, Mass Bier trinken, mit Gebrüll angreifen!
Das dunkelrot belockte Haupt schüttelt wer? Na,
die laux
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September
29
2007
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Erwin Huber betont "Notwendigkeit der Einheit der CSU" - Ein Protokoll von Gisela B. Laux |
Erwin Huber ist neuer Ministerpräsident von Bayern.
Mit "50 Jahren Regierungserfahrung - ununterbrochen!" - soll die CSU "als einzig wählbare Volkspartei" weitere Wahlen - es stehen 4 weitere Wahlen in naher Zukunft an - regieren.
Die CSU sei eine "eigenständige Kraft", man werde "gegen Rot-Rot weiterkämpfen".
Erwin Huber spricht von "sozialistischen Kräften, die unser Land bedrohen". Er zitiert "lieber rot als tot" und setzt diesem Zitat
| "Freiheit statt Sozialismus" |
entgegen.
Er spricht von der "Doppelspitze Beckstein - Erwin Huber."
Die CSU werde auch mit Frauen weiter regiert werden, aber man solle nicht gegeneinander arbeiten (Anspielung auf Frau Pauli). Es dürfte keine unterschiedlichen Meinungen in de CSU gebe. Stattdessen geschlossene Einheit!
Er stehe nach Art. 6 auf "dem Boden von Ehe und Gemeinschaft". Das Grundgesetz sei nicht veränderbar.(Warum möchte die CSU es dann mit der Diskussion um den Abschuss von entführten Flugzeugen ändern?!) Nach 7 Jahren eine Ehe scheiden zu lassen, sei grundgesetzwidrig. Das sei auch nicht kinderfreundlich. Huber poltert es heraus. Das ist jetzt eine klare Anspielung auf Frau Pauli.
Immer wieder die Betonung, die CSU sei eine "große Volkspartei". Er erinnert an Franz Josef Strauß...wie er zu ihm sagte: "Ja, Herr Ministerpräsident, ich bin bereit, diesem Land zu dienen." Er sei nun bereit, "für unser schönes Bayern, für dieses Land zu dienen".
Zitate von Stoiber:
| ...ich wollte das Erbe dieser großen Partei weiterführen. Es war mir eine Ehre, und ich hoffe, ich bin dieser Ehre gerecht geworden...was bleibt ist unsere Leidenschaft für unsere Ämter...ich gebe das Amt mit Ehre und Stolz an die Partei zurück...und die CSU ist ein Stück Bayern, und das ist unsere Größe!...ich habe der CSU viel zu verdanken...im Dienste von Bayern, dem schönsten Bundesland von Deutschland...ich denke an Franz-Josef Strauß, wie er für unsere Freiheit gekämpft hat....es geht nicht um Eitelkeiten, Deutschland steht am Scheideweg... die Linken koalieren auch mit der Linkspartei...wir müssen den Menschen sagen, wo auch immer Sozialisten an der Macht waren, hat es Not gegeben....." |
Kommentar von Gisela B. Laux:
Diese Zitate sprechen für sich! Die Sprache ist pathetisch, hetzerisch, populistisch und voller Anspielungen. Gespickt mit Worten aus den Bereichen Militärstrategie und Heroentum und alten, plakativen Zitaten. Eine sehr gefährliche Sprache! Und eine Sprache, die uns in Erinnerung als extrem veheerend geblieben sein müsste und aus der die Wähler Bayerns unbedingt die Konsequenzen bei den nächsten Wahlen ziehen müssten.
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| geschrieben in die Kategorie Meinungen |
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September
27
2007
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Sag' zum Abschied leise "Servus." - Werden wir Stoiber jetzt nur noch von hinten sehn'? - Eine laux'sche Kolumne |
 aboutpixel.de
Den Stoiber zu hören ist schon grausam. Es tut einfach weh'.
Aber als bekennende TV-Maniac (immer auf der Suche nach Themen, Informationen, ja klar!) und Zapperin kommt man heute Abend nicht an dem Mann vorbei.
Es ist, als wollte man Freitag Abend alleine auf der Wies'n sein. Das geht einfach nicht.
Schln war Folgendes Szenario, heute Abend im ZDF, bei Maibritt Illner, an deren erste Gehversuche im Frühstücksfernsehen ich mich nich erinnern kann. Da war der Stoiber schon Ministerpräsident. Korrigieren Sie mich, wenn ich mich täusche. Das hat den Nebeneffekt, dass ich weiß, dass Sie das hier lesen.
Zurück zum Stoiber, der das "Stoibern" zur Marke werden ließ, sogar in einer Asterixausgabe (gute Übersetzung).
WArum er denn damals nicht nach Berlin gegangen sei. Stoiber, der - wie jeder andere höherstehende Politiker auch rethorische Berater hat, setzte an zum Showdown:
| Ich will Ihnen da jetzt mal 'was erzählen. |
Lachen. Er wiederholt den Satz. Der Blick der Kamera zeigt den Zitator von der Seite und die Illner von vorne. Er stottert weiter. Sie will ihn unterbrechen, formt ihren Mund zu einer kleinen, runden Öffnung und schmunzelt alsdann, begleitet von einer Geste, die eine Mischung aus Gehör-Verschaffen und Beschwichtigung ist und sagt:
| Ja, das ist der richtige Moment jetzt |
lobt sie ihn ermunternd. Ja, und dann gehen Sie bitte. Das wäre ein schöner Folgesatz gewesen. Nein, Herr Stoiber hat ja gerade erst angesetzt, mit Anlauf, und dann mit unverdrossenem, erneuten Anlauf. Die Geschichte will, nein: muss! wohl erzählt werden. Das hat man ihm sicher geraten. In dem Sinne: Edmund, trete noch einmal so richtig sympathisch auf. Geh' nicht einfach so.
Er erzählt dann folgende Anekdote. Ich zitiere aus meinem Kurzzeitgedächtnis:
| 198o war Franz-Josef Strauß Kanzlerkandidat. |
Diese Einführung in deutsche Gegenwartsgeschichte (Superwort!)wird damit fortgesetzt, dass Strauss aus der Kutsche ausgestiegen sein soll; denn er wollte doch nicht Kanzler werden. Seltsam, das mit der Freiwilligkeit habe ich damals anders erlebt. Und Sie?
Ich muss ausschalten und sage zu mir: "Heut' net. Ne, echt nicht!"
Später schalte ich wieder ein und eine meine ganz speziellen Freundinnen der Wahrheit, Plausibilität und wasauchimmer, die Layen war inzwischen auch da.
Es ging inzwischen um das Thema "Kinder". Geißler sagt ein paar Worte, die uns soziale Gerechtigkeit als sein Ziel verkaufen sollen (er belehrt uns über die Entwicklung eines Kindes im Alter von 0-3, und was sich da Alles prägt, wieder ein Lehrer) und dann...Countdown!...schwärmt Stoiber von seinen beiden Töchtern, beide beruftätig, beide Rechtsanwältinnen, eine davon hat 3 Kinder...diese Klimax soll uns beeindrucken. Ja toll, wie die das hinkriegt. Nichts als Wasser und CD und eiserne Disziplin.
Erinnert mich glatt an Laurenz-Mayer, für den die Ex-Geliebte von Herrn Seehofer arbeitet und die ihr Kind mit zur CSU nimmt. Ja, das sollen alle Firmen anbieten.
Ich erinnere mich, dass ich, als ich - vermittelt durch ein Zeitarbeitsunternehmen - als Sekretärin für SAMSUNG in der Nähe von Frankfurt eingesetzt war. Ich las die PR-interne Broschüre für Deutschland und die für das Mutterland von SAMSUNG. Welch ein Unterschied! In Korea nämlich ist es bei SAMSUNG so: Man darf Urlaub nehmen. Dich wer's tut, ist out. Es gibt im Unternehmen Fitnesscenter. Man darf sie nicht besuchen, man soll sie besuchen. (Die Tendenz, dass Menschen, die nicht gesund sind, keine Arbeitsstelle bekommen, haben bayerische Behörden schon vorgelegt. Ab einem bestimmten Körpergewicht darf man da nämlich nicht verbeamtet werden.) Es gibt dort Betreuungsstätten für die Kinder der Angestellten. Der Katalog sieht aus wie eine heile Welt. Doch: Möchten Sie, dass Ihr Kind von Ihrem Arbeitgeber erzogen wird?
Es ist nicht Alles gold, was glänzt. Mein Gott, das wissen Sie doch.
Stoibern Sie doch einmal in dem Schatz Ihrer Lebenserfahrung.
Nein, im Ernst, lassen Sie sich nicht veräppeln. Und zum Stoiber sag' ich jetzt nix mehr. Da verweise ich auf meine Überschrift.
Sagt wer?. Na, die laux
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September
25
2007
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Unser Grundgesetz aus der Vogelperspektive betrachtet: Was folgt nach den "Vorschlägen" von Schäuble und Jung als Nächstes? - Von Gisela B. Laux |
 aboutpixel.de
Schlagworte, die uns präsent sind: „Die Renten sind sicher“, „Der gläserne Mensch.“
Jetzt sollen wir Alle mehr Sicherheit bekommen. Doch der Preis, der nun gefordert wird, wird unser aller Freiheit sein. "Der Spatz in der Hand ist besser als die Taube auf dem Dach"? Wer ist "der Spatz" und wer "die Taube"?
Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und Verteidigungsminister Franz Josef Jung (beide CDU) forderten am Mittwoch im Bundestag vergeblich eine „Regierungserklärung zur inneren Sicherheit, um Klarheit über die Haltung der Regierung zu gewinnen. Doch: Frau Merkel äußert sich nicht.
Hier ein Auszug über unser Grundgesetz, dem Gesetz über das Bundesverfassungsgericht:
X a. Verteidigungsfall: Artikel 115 a (1)
| „(1) Die Feststellung, dass das Bundesgebiet mit Waffengewalt angegriffen wird oder ein solcher Angriff unmittelbar droht (Verteidigungsfall) trifft der Bundestag mit Zustimmung des Bundesrates. Die Feststellung erfolgt auf Antrag der Bundesregierung und bedarf einer Mehrheit von zwei dritteln der abgegebenen Stimmen, mindestens der Mehrheit der Mitglieder des Bundestages.“ |
Es handelt sich bei Schäuble und Jung um die Forderung, dass die Streitkräfte dazu ermächtigt werden sollen, mit Waffengewalt ein entführtes Flugzeug abzuschießen. Das bedeutet auch, dass damit eine eindeutige Entscheidung gegen das Leben von Menschen getroffen werden soll.
Da dies aber nicht unserem Grundgesetz entspricht, soll es diesbezüglich „überarbeitet“ werden.
Es sollen Äpfel nicht mit Birnen verglichen werden, aber würde diese Änderung stattfinden, wäre das nicht der erste Bruch mit dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland.
Einem Herr Peter Hartz samt „Kompetenzteam“ ist es bereits gelungen, folgenden Grundsatz zur Makulatur werden zu lassen:
Artikel 12 - Grundrechte
„(1) Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen… (2) Niemand darf zu einer bestimmten Arbeit gezwungen werden, außer im Rahmen einer herkömmlichen allgemeinen, für alle gleichen öffentlichen Dienstleistungspflicht. (3) Zwangsarbeit ist nur bei einer gerichtlich angeordneten Freiheitsentziehung zulässig“. |
Die sogenannten Ein-Euro-Jobs sind nicht Anders als Zwangsarbeit, die gegenüber der Öffentlichkeit durch das Motto „Fördern und Fordern“, oder umgangssprachlich und weitläufiger bekannt unter „Besser arbeiten als Stütze empfangen“ legitimiert werden sollen. Einzig sinnnvoll wäre es, wieder Arbeitsplätze zu schaffen. Und das bei einem zeitgemäßen Lohnniveau für Alle, das sich katastrophalerweise aktuell auf dem Niveau von vor 20 Jahren mit etwa 1350 Euro/Monat befindet. Das ist ein Armutszeugnis für die kopflose Renditeorientierung von großen Unternehmen, deren Vorstände astronomische Gehälter beziehen.
Zurück zum Thema „Terrorismusbekämpfung“ und der damit verbundenen Forderungen einzelner Politiker.
Der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Uwe Küster bezeichnet die verfassungsignorierenden Forderungen Schäubles und Jungs „Einzelmeinungen“, da diese nicht die Position der Regierung repräsentieren. In der Tat: Wie bereits erwähnt, äußert sich Bundeskanzlerin Merkel nicht einmal dazu. Das Bundesverfassungsgericht hat indes schon eindeutig per Urteil darüber entschieden, dass der absurde Vorschlag des Mitglied eines Verfassungsorgans, also von Herrn Jung und des Bundesinnenministers „mit dem Grundrecht auf Leben und mit der Menschenwürdegarantie des Grundgesetzes nicht vereinbar“ ist.
Artikel 1 – Grundrechte
„(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. (Anmerk. d. Autorin: Hier ist selbstverständlich nicht Gewalt durch Waffen gemeint!) (2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.“ |
Völlig ungeachtet dessen arbeitet Herr Schäuble derzeit unverdrossen an einem Katalog von Formulierungsvorschlägen für eine Änderung des Grundgesetzes. Gleichzeitig behauptete er gestern öffentlich, dass wir eines "der sichersten Länder der Welt" seien.
„Pannenfreie Überwachung von Tätern“ will Schäuble auch durch Onlinedurchsuchungen privater Computer. Dies betrifft dann wiederum in der Mehrzahl auch völlig unverdächtige Menschen.
Vor dreißig Jahren, als die RAF mörderische Terrorakte verübte, wurde darüber diskutiert, wo die Grenzen der Mittel der Staatsmacht, also der „staatlichen Gewalt“ und wo die Beschränkung der bürgerlichen Freiheiten liegen. Die damaligen Gesetzesverschärfungen bezogen sich auf den Katalog der Straftaten und die Regeln des Strafprozesses. Doch diese Erfahrung bringt uns, was die Jung-Schäuble’sche Forderung betrifft, nicht weiter.
Die Zeit bringt hier sehr entscheidende Stichworte in der Terrorismus-Debatte mit ein: „Sanktion“ und „Prävention“ und schreibt: | „…vielmehr geht es um ein verbrecherisches Treiben, das nicht mit der Drohung nachträglicher Sanktionen, sondern durch rechtzeitige Prävention eingedämmt werden kann. Aber …es geht um den Schutz des Rechtsstaats, nicht um die Errichtung eines Präventionsstaats“. |
Die Forderung von Jung und Schäuble, die selbst in der eigenen Partei nicht auf uneingeschränkte Gegenliebe stösst, beinhaltet nämlich – trotz aller schockierenden Eindeutigkeit – etwas Subtiles: Wird ihr nämlich stattgegeben, müssen wir damit rechnen, dass durch einzelne Personen, die Schlüsselpositionen in der Politik innehaben, unser Grundgesetz nicht mehr das ist, was es dem Wortsinne nach ist. Das Grundgesetz: Die Basis für alle unsere Gesetze. Der kleinste gemeinsame Nenner, der uns Allen die gleichen Rechte einräumt und somit das Leben Aller gleichermaßen schützen soll.
Gisela B. Laux
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| geschrieben in die Kategorie Meinungen |
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September
23
2007
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Ozapft is! - Die Laux vermisst München – Eine laux’sche Kolumne |
 aboutpixel.de
Naja, eigentlich vermisse ich München ohne Ende. Ich könnte schwelgen…Mei o mei! Jeder, der einmal eine zeitlang in München gelebt hat - ich meine so richtig: mehrere Jahre - der sagt, dass das die schönste Zeit war. Ich habe 1988 bis 1995 dort gelebt. Und: Schä woars. Astrein!
Die Ludwig-Maximilians-Uni habe ich zuerst putzender- und dann erst studierender weise kennengelernt. Ja, im Ernst! Damals fand dort ein Psychiaterkonkress statt und das Gebäude wurde 1A herausgeputzt, teilweise sogar frisch gestrichen. Durch die Studentenvermittlung des Arbeitsamtes – ich war bereits immatrikuliert – ließ ich mich einer putzmunteren Putz-„Truppe“ zuteilen. Ich lernte die ersten Leute, schon vor Semesterbeginn kennen. Was kann Einem denn besseres passieren?
Abends haben wir den Psychos dann Bier ausgeschenkt. War des eine Gaudi, sog I Iane! Ein Psychiater kniete irgendwann sturzbesoffen - ehm: angeheitert! - vor mir und stammelte mir einen Antrag. Abgründe bayerischer oder humanmedizinisch geschulter Art taten sich vor mir auf. Und so gewöhnte ich mich in München schnell ein.
Und da gab es in der Türkenstraße, mitten in Schwabing noch das Allotria. Eine echte, urige Jazzkneipe, ja eher ein riesiges Lokal, in dem es gut gelaunt und a bisserl schräg zuging. Aber Alles recht nett. Als das Allotria umzog, kam da eine stylische Kneipe herein. Aha, jetzt also auch hier, so nahe an unserer Uni. (Heut’ solls ja voll von dena Läda sain.)
Im Arri Kino konnte man nicht nur auf großen Leinwänden die neuesten Filme anschauen, sondern auch im Publikum der „Gaierwalli“ sitzen, eine der ersten, echt, ätzenden Comedy-Shows. „Echt ätzend“ war auch der „Warm Upper“, der uns ein paar Kohl-Witze (Ja, der war da damals Kanzler. Sie erinnern sich.)erzählte. Auf uns waren derweil Kameras wie Kanonenrohre gerichtet und jeder Lacher wurde gefilmt. Ich saß mittendrin und war eine militante Lachverweigerin, was tatsächlich auffiel. Der Warm-Upper wollte mich zum Gespött machen, als er merkte, dass bei mir keiner seiner Spar-Witze funzte und er mich aber auch rein gar nicht aus der Reserve lockte. Immerhin: Ich musste nicht gehen. Man hatte dann eben später im Edit (Filmnachbearbeitung) andere Schüsse von Lachern eingebaut. Außerdem sagte man uns kurz vor der Aufzeichnung, dass wir jetzt nicht mehr das Studio verlassen dürfen. „Jetzt geht auch keiner mehr auf die Toilette.“ Das war keine bayerisch, rustikale Ansage. Das war die klare, unmissverständliche Sprache des Show-Bizz!
In der Schellingstraße machte ich ein Praktikum bei Tele 5. Tele cinque heißt das in Italien, auf Italienisch. Einmal musste ich Hella von Sinnen mit einer –„Ahhh, mein Jott, Liebelein!!!“ überraschen und ich sollte vor einem Hypnotiseur eine kataleptische Starre simulieren; denn eigentlich sollte das ein Beitrag für die Redaktion „Klartext“ werden und ich sollte tatsächlich hypnotisiert werden. Es ging einfach nicht. Erstens bekam ich einen Lachkrampf, als der schwarz gekleidete Hypnotiseur mit einer Totenkopfkette seine Wurstfinger vor mir ‚rumfuchtelte, ganz in dem Stress, mich dadurch erfogreich in einen hypnotischen Zustand versetzen zu müssen. Das endete dann – ohne Witz! – damit, dass ich ihn bat, sich einmal hinzusetzen und mir gut zuzuhören. Es ging nun einmal nicht, sagte ich. Und wir sollten das doch auch so bringen. Das würde ihn doch seriös da stehen lassen, wenn er bekennt, dass das eben nicht bei jedem Menschen funktionieren kann. Sagte ich.
Naja, er geriet dann echt sauber in Panik und schlug vor, ich solle mich auf zwei Stühle legen: Der eine unter meinem Kopf, der andere unter meinen Füßen. Und den Rest sollte ich dann anspannen. Ich fake doch nicht! Aber man ist ja Philanthrop und probiert es. Und kracht wegen eines erneuten Lachkrampfes zusammen. Was nicht geht…! Der Hit sollte übrigens sein, dass eine Tussi mit Stöckelschuhen auf mir herum latscht. Den Zahn habe ich ihr schon vor dem Waschbecken-Spiegel im Toilettenhäuschen ziehen wollen. Aber sie glaubte mir nicht. Ein oberschnippisches „Das werden wir ja sehen“ sollte dann wohl mir zeigen, wo der Praktikantenhammer hängt. Die Hypnose konnte dann nicht gesendet werden und mein Vorschlag, dass ich vor der Kamera erzähle, dass ich wohl nicht das richtige Medium sei, wurde dann allen Ernstes umgesetzt. Und mein Pulli sah so bescheuert aus! Man möge das Filmmaterial sonst wohin getan haben. Hoffentlich an einen Platz, wo man es nicht findet. Bitte!
Im Bavaria Film Zentrum habe ich 2 Tage Führungen gemacht. Ich hab’s dann gelassen; denn Animation ist nicht mein Ding. Aber ich habe noch das dicke Buch, in dem alle Infos über „Das Boot“, „Stalingrad“ und Michael Endes „Unendliche Geschichte“, „Vater und Söhne“, „Enemy Mine – Geliebter Feind“ und die beiden Staffeln der „Roten Erde“ enthalten sind. Ein echter Schatz. Den ich gerade wieder herausgekramt habe. Ordnung ist ‚was wert, stelle ich gerade fest. Auch die beruhigt.
Ach ja , München.
Da sind die schnöseligen Starnberger nicht weit. Die mochte ich nicht, da sie doch sehr elitär waren. Aber der See! Poah! Ein Traum. À propos Wasser! Der Kleinhesseloher See inmitten des superschönen englischen Gartens und die Isar! Ich heule! Der englische Garten ist frühmorgens im Herbst der Hammer, wenn die Morgensonne erstrahlt und man die Nebelschwaden sieht. Warum ist das Vergangene so schön? Mit dem Rad entlang der Isar tut der Figur und der Seele gut. München ist so weit weg!
Das Oktoberfest vermisse ich nicht so. Mir ist es bis heute ein Rätsel, warum alle klatschen, wenn ein hoch bezahlter Bürgermeister „Ozapft is!“ jauchzt. Wenn ich eine Blume pflüge und sie einem Fremden zeige und wie ein kleines Mädchen sage: „Schau’ mal, wie schön!“, würde man mich für bekloppt halten. Dabei ist so eine Blume wirklich schön und ich würde das auch gerne mal wieder einfach so sagen. Selbst einem Fremden.
Das Haus in der Türkenstraße ist mittlerweile abgerissen. Es lag beim „Spiegel Deubel“, einem Fachgeschäft für eben, na: Spiegel. Man konnte da im Innenhof ab und zu Spiegel ergattern, die an der Mülltonne angelehnt waren, und die der Spiegel Deubel „Geh doch zum Deubel“ (Werbeslogan) entsorgen wollte.
Mein ganz arg geliebtes „Türkendolch“, ein kleines, intimes Kino ist auch nicht mehr da. Ich habe dort Kurzurlaube in den Filmen „Der Duft der Papaya“ und „Der Mann der Friseuse“ gemacht.
Im „La Bohème“ konnte man italienisch vom Feinsten essen. In der Amalienstraße betrank ich mich einen Tag, spät Abends, vor meiner Magisterarbeit in Germanistik mit Guiness und Amaretto bei einem Iren und hatte die Eingebung schlechthin: Die Fragen der Klausur, zu der ich dann am nächsten Tag erschien und die ich mit einer zwei minus bestand.
Ich könnte über Vieles zu Recht ablästern. Über die schwarzen Sheriffs, über reaktionäre Seppelhutträger, die sich über „Ausländer, nix oas Ausländer hia!“ beschweren und fremder als fremd mit ihren ollen, abgewetzten Klamotten und „Ansichten“ waren.
Ich könnte erzählen, dass ich den Vorgänger vom Stoiber (Max Streibl, o ha!) im Puffviertel gesehen habe und, was ich ihm zuraunzte, dem depperten Volldepp. Ich könnte outen, dass Bully Herbig seine Karriere im Strauß-Sohn-Sender TV weiß blau, begann, was ich hiermit getan habe.
Ich könnte erzählen, wie definitiv nahe inhaltlich die CSU den Republikanern steht. Aber: Des wissen’s ja selbst!
Das Ende naht. Das Ende vom diesjährigen September. Das Ende der stoiberschen Amtszeit als Ministerpräsident von – äh – von – äh – ja, wissen Sie: BAYERN. Der Mann spricht keinen einzigen Satz fehlerfrei „pfailgrodaus“, aber er wird Berater des Europarats. Wenn dieser Gedanke kein Alptraum meinerseits ist. Oder: Besser: doch!
Ich zieh mir einen Wonder Bra an und fühl mich wunderbar. Als trüg ich ein Dirndl. Grüße an Frau Pauli, die mit ihren jüngsten Vorschlägen zeigt, dass sie nicht mehr alle Latten am Zaun hat. (Ehe per Gesetz nach 7 Jahren cutten)
München jedenfalls, vermisse ich. Vielleicht liest’s ein fescher Münchener (nicht CSU’ler etc.!)…
Träumt wer? Na,
die laux©
P.S. Künftig auch http://www.iposs.de/blog/ lesen!
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